Green Bonds, also Staats- und Unternehmensanleihen mit ökologischer Ausrichtung, erleben seit einigen Jahren einen Boom. Europaweit soll der Markt in diesem Jahr auf ein Volumen von rund 180 Milliarden Euro anwachsen – 2017 waren es noch 100 Milliarden, 2015 nur 27 Milliarden. Den Trend zur nachhaltigen Geldanlage nutzen allerdings auch einige zweifelhafte Emittenten, die per „Greenwashing“ lediglich ihr Marketing grün ausrichten. Anleger sollten sich also immer konkret anschauen, nach welchen Kriterien das Geld investiert wird.
Auch einige Länder haben die Vorteile von Green Bonds für sich entdeckt. Polen legte 2016 eine nachhaltige Anleihe auf, es folgten Frankreich, die Niederlande, Belgien und Irland. Deutschland wird im nächsten Jahr ebenfalls auf den Green-Bond-Zug aufspringen und eine „grüne Zwillingsanleihe“ begeben. Sie soll Klimaschutzmaßnahmen mitfinanzieren und jederzeit gegen konventionelle Bundesanleihen umgetauscht werden können. Kritiker monieren allerdings, dass nur Gelder umgeschichtet und wegen der rigiden Haushaltspolitik keine neuen Projekte und Maßnahmen angestoßen würden.
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Der Fußballprofi Holger Badstuber, früher beim FC Bayern, heute beim VfB Stuttgart unter Vertrag, dürfte seinem Krankentagegeld-(KTG)-Versicherer nicht viel Freude bereitet haben. Seine krankheitsbedingte Fehlzeit summierte sich in den vergangenen fünf Jahren auf rund 650 Tage. Für 27 davon wollte die Versicherung indes nicht zahlen, da sich Badstuber in dieser Zeit im Ausland aufgehalten hatte. Wie in zahlreichen anderen KTG-Versicherungsbedingungen findet sich auch in Badstubers eine Klausel, der zufolge bei Auslandsaufenthalt kein Geld gezahlt wird. Von Gerichten wurde diese Regelung regelmäßig für rechtswirksam erklärt – bis vor Kurzem.
Das Landgericht München I gab Badstuber, der auf Zahlung von 28.000 Euro geklagt hatte, recht und erklärte die Regelung im Zeitalter dauernder Erreichbarkeit für „überholt“. Heute sei es unproblematisch, eine versicherte Person binnen drei Tagen zu einer ärztlichen Untersuchung einzubestellen. Darauf können sich andere Versicherungsnehmer allerdings nicht berufen: Es handelt sich um ein „Anerkenntnisurteil“, das nur für diesen konkreten Fall gilt. Auch in Zukunft werden sich wohl Gerichte mit der KTG-Auslandsklausel befassen müssen.
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Die Negativzinsen fressen sich immer weiter in den Alltag auch ganz normaler Bundesbürger. Während zahlreiche Banken schon Strafzinsen für Geldeinlagen ab einer bestimmten Summe verlangen, fällt nun ein weiteres Tabu: Wie die Volksbank Raiffeisenbank Fürstenfeldbruck mitteilte, müssen Neukunden, die bei ihr ein Tagesgeldkonto eröffnen, seit dem 1. Oktober bereits ab dem ersten Cent einen Strafzins von 0,5 Prozent entrichten. Für Girokonten gelte ein Freibetrag von 20.000 Euro. Der Zinssatz entspricht jenem, den Banken an die Europäische Zentralbank abführen müssen, wenn sie dort Geld parken.
Das Genossenschaftsinstitut dürfte nicht die letzte Bank sein, die ihre Kunden auf breiter Front an den Kosten der Negativzinsen beteiligt. Derzeit wird laut Bundesbank rund ein Viertel der Sichteinlagen deutscher Privathaushalte mit Strafzinsen belegt. Bisher jedoch betreffen diese fast ausschließlich vermögende Bankkunden.
Zum ganzen Bild gehören indes auch die Vorteile der Niedrigzinsen: Wer ein Darlehen in Anspruch nimmt, erhält meist Konditionen, von denen vor zehn Jahren niemand zu träumen gewagt hätte.
Hier einige attraktive Angebote:
https://www.kuester-versicherungen-finanzen.de/geldsparen/tagesgeld/
Tabelle: Negativzinsen für Privatkunden (Auswahl)
Geldinstitut
Negativzins (p.a.)
Freibetrag / Kontoart
Berliner Sparkasse
0,50 %
ab 500.000 Euro auf Tagesgeld- und Girokonto
Berliner Volksbank
0,50 %
ab 100.000 Euro auf Tagesgeld- und Girokonto, für bestehende Konten nur nach individueller Vereinbarung
Commerzbank
k. A.
individuelle Vereinbarung für sehr vermögende Privatkunden
Deutsche Bank
k. A.
individuelle Vereinbarung für sehr vermögende Privatkunden
Deutsche Skatbank
0,50 %
ab 100.000 Euro auf Tagesgeld- und Girokonto
Ethikbank
0,50 %
nach individueller Vereinbarung auf Girokonto
Flatex
0,50 %
für Guthaben auf dem Cashkonto
Frankfurter Sparkasse
0,50 %
ab 500.000 Euro nach individueller Vereinbarung
Frankfurter Volksbank
0,40 %
nach individueller Vereinbarung auf Festgeld und im Kontokorrentbereich
GLS Bank
0,40 %
ab einer Million Euro auf Tagesgeld- und Girokonto
Hamburger Sparkasse (Haspa)
0,40 %
ab 500.000 Euro auf Tagesgeld- und Girokonto
Kreissparkasse Stendal
k. A.
ab dem ersten Euro auf dem Tagesgeldkonto
Raiffeisenbank Gmund
0,40 %
ab 100.000 Euro auf Tagesgeld- und Girokonto
V-Bank München
0,50 %
ab 500.000 Euro
Volksbank Eisenberg
0,40 %
ab 100.000 Euro auf Tagesgeld- und Girokonto
Volksbank Magdeburg
0,50 %
ab 100.000 Euro (max. 25.000 Euro auf Girokonto und 75.000 auf Tagesgeld)
Volksbank Raiffeisenbank Fürstenfeldbruck
0,50 %
ab dem ersten Euro auf Tagesgeld und ab 20.000 Euro auf Girokonto (nur Neukunden)
Volksbank Stendal
0,50 %
ab 100.000 Euro auf Kontokorrentkonten
VR Bank Bayreuth-Hof
0,60 %
ab 300.000 Euro auf Giro- und Tagesgeldkonto
VR-Bank Mittelsachsen
0,40 %
ab 100.000 Euro auf Tagesgeld
Westerwald Bank
0,50 %
ab 250.000 Euro auf Girokonto
Quelle: Sekundärquelle https://www.stern.de/wirtschaft/geld/negativzinsen--diese-banken-und-sparkassen-verlangen-strafzinsen-9010724.html
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Das gefühlt ewige Chaos um den EU-Austritt Großbritanniens hat die Kurse vieler britischer Unternehmen nach unten gedrückt. Und zwar in vielen Fällen mehr, als fundamental gerechtfertigt wäre. Denn prinzipiell ist das Gros der britischen Firmen durchaus wettbewerbsfähig, liefert gefragte Produkte und Leistungen. Lediglich die tiefe Verunsicherung der Investoren hat zu vorsichtigen Bewertungen geführt.
Kommt es zu einem geordneten Brexit, wofür derzeit vieles spricht, könnten die Kurse insbesondere exportorientierter Unternehmen wieder deutlich anziehen. Darin liegt eine Chance für Anleger. Auch hier gilt allerdings: Große Chancen sind mit großen Risiken verbunden. Nach wie vor ist das Schreckgespenst „No-Deal-Brexit“ nicht vom Tisch – und damit das Risiko einer tiefen Rezession. Auch das Austrittsdatum gilt eher nicht als in Stein gemeißelt. Sogar ein Verbleib in der EU („Breversal“) ist weiterhin denkbar. Sollte die Unsicherheit anhalten oder sich sogar vertiefen, könnte sie die Kurse weiter absacken lassen.
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